Nachruf auf Katharina „Kitty“ Fürtbauer (1939–2026)

Ein Leben für die Inklusion: Von der Vision zum Lebenswerk

Mit tiefer Trauer, aber auch in großer Dankbarkeit nehmen wir Abschied von unserer Gründerin und Wegbereiterin Katharina „Kitty“ Fürtbauer. Eine Frau, die keine Steine im Weg liegen ließ, sondern sie ins Rollen brachte, um Berge für andere zu versetzen.

Ein Leben gegen alle Widerstände – Geboren am 7. Jänner 1939 in eine dunkle Zeit, war Kittys frühe Kindheit geprägt von Entbehrung und dem Überlebenskampf im Konzentrationslager. Als staatenloses Kind lernte sie früh, was es heißt, Verantwortung zu übernehmen – eine Eigenschaft, die ihren späteren Weg als unermüdliche Kämpferin für die Schwächsten unserer Gesellschaft prägen sollte.

Vom persönlichen Schicksal zur sozialen Pionierarbeit – Als ihr Sohn Stephan mit einer Behinderung zur Welt kam, sah sich die junge Mutter mit einer Mauer des Schweigens und fehlender Unterstützung konfrontiert. Doch statt zu resignieren, suchte sie die Öffentlichkeit. 1973 gründete sie den Verein für „Eltern geistig und körperlich behinderter Kinder“. Was mit kleinen Bastelarbeiten begann, entwickelte sich unter ihrer visionären Leitung zu einem beachtlichen Standort für Betreuung – Behinderten-Integration Ternitz.

Ein Erbe, das bleibt – Dank ihres unerbitterlichen Ehrgeizes entstanden Werkstätten, vollbetreute Wohnhäuser und ein Ferienhaus am Traunsee. Katharina Fürtbauer schuf nicht nur Gebäude, sie schuf Heimat und Würde. Sie sorgte dafür, dass Menschen mit Beeinträchtigungen nicht am Rande, sondern mitten in unserer Gesellschaft stehen. 2005 sicherte sie dieses Werk durch die Gründung einer gemeinnützigen Privatstiftung für die Zukunft ab.

Ihr Geist lebt weiter – Auch im Ruhestand blieb „unsere Chefin“ eine Quelle der Zuversicht und des Mutes. Ihr Lebenswerk wird nun durch den neu gegründeten „Katharina Fürtbauer Fonds – Teilhabe durch Freizeitbegleitung“ fortgesetzt. Ganz im Sinne ihrer Überzeugung, dass Inklusion dort stattfindet, wo Menschen gemeinsam Zeit verbringen und das Leben feiern.

Wir verneigen uns vor einer Frau, deren Herz so groß war wie ihr Kampfgeist. Unser tiefes Mitgefühl gilt ihrer Familie, insbesondere ihrer Tochter Barbara, die ihr Werk mit gleicher Leidenschaft weiterführt.

Liebe Chefin, danke für alles. Wir werden dein Licht weiterstrahlen lassen.

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